Von Nutzenden zu Verantwortlichen: Laden 4 – ein extra Raum zum Wohnen
projektbüro hat in Kooperation mit Altstadt für Alle e.V. und dem ArchitekturSalon Hamburg im Erdgeschoss eines Wohngebäudes in Hamburgs Altstadt einen ehemals leerstehenden Laden in einen öffentlich zugänglichen Nachbarschaftsraum transformiert. Der Laden 4 an der Reimerstwiete 3 ist ein multifunktional nutzbarer Raum, der Bewohnenden und Nutzenden unterschiedlicher sozialer Milieus als geteilte Ressource zur Verfügung steht. Pilates, Babytreff, Filmabend und Gemeinschaftstreffen finden hier statt oft in derselben Woche, manchmal am selben Tag.
| Ort | Hamburg |
|---|---|
| Auftraggeber:in | Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen der Freien und Hansestadt Hamburg |
| Kooperationspartner:in | Ingrid Breckner |
| Zeitraum | 2026 |
| Status | in Bearbeitung |
| Kategorie | Prozessgestaltung, Teilhabe, Wohnen |

Das Gebäude liegt im Quartier zwischen Deichstraßenfleet und Zollkanal, unweit des Hamburger Rathausmarkts und des Westfield Hamburg Überseequartier. Das Erdgeschoss stand leer — eines von vielen ungenutzten Ladengeschossen im innerstädtischen Bestand, die als stilles Potenzial in der Stadt brach liegen. Im Rahmen des Förderprogramms „Verborgene Potenziale Innenstadt" der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen wurde der Raum erstmals aktiviert und als Experimentierfeld für neue Formen nachbarschaftlicher Nutzung erprobt.
Ausgangspunkt des Vorhabens ist die Beobachtung, dass Wohnen nicht an der Wohnungstür endet. Viele alltägliche wie besondere Tätigkeiten — Begegnung, Bewegung, Versorgung, Erholung, Feiern — benötigen Räume außerhalb der eigenen Wohnung. Der Laden 4 untersucht, ob ein gemeinsam genutzter Raum im Bestand dazu beitragen kann, dass Haushalte weniger individuellen Wohnraum nachfragen: nicht weil sie sich einschränken, sondern weil bestimmte Bedarfe dauerhaft über geteilte Flächen gedeckt werden. Dieses Konzept der Multikodierung — ein Raum, viele Nutzungen, viele Codes — ist der inhaltliche Kern des Projekts.
Seit April 2026 stellt projektbüro im Auftrag der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen die sukzessive Übergabe des Ladens an eine Gruppe von Bewohnenden und Nutzenden auf die Beine. Ein Projektbegleitkreis aus Aktiven trifft sich monatlich, eine Vereinsgründung ist für Sommer 2026 geplant. Das Vorhaben ist wissenschaftlich begleitet und als Modellprojekt angelegt: Die Erkenntnisse zu Betriebsformen, Gelingensbedingungen und Nutzungscodierungen sollen auf andere Quartiere und andere Bestände übertragbar sein.