Kinderstadt 2026
Vom 13. bis 24. Juli 2026 fand die Kinderstadt Hamburg auf dem Baakenhöft in der östlichen HafenCity statt – einer der letzten weitläufigen, noch nicht endgültig bebauten Flächen mitten an der Elbe. Täglich nahmen bis zu 500 Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 15 Jahren am kostenfreien Ferienprogramm teil. Gemeinsam entwickelten, bauten und verwalteten sie ihre eigene Stadt – nach ihren Ideen und in eigener Verantwortung.
Die Kinderstadt schafft einen freien Spielraum für Kinder, in dem Erwachsene unterstützend zur Seite stehen, während die Kinder entscheiden. Durch das Handeln der Kinder entsteht ein Stadtgefüge, in welchem spielerisch und praktisch erkundet wird, wie Stadt funktioniert und wie Gemeinschaft organisiert wird. Sie erleben Selbstwirksamkeit und lernen mit Meinungsverschiedenheiten und Konflikten konstruktiv umzugehen. Ziel ist es, die Kinder im Rahmen der Kinderstadt zu befähigen und zu ermutigen, sich an der Gestaltung der demokratischen (Stadt-)Gesellschaft zu beteiligen und sich ihrer Rechte bewusst zu werden.
Das offene Ferienprogramm findet alle zwei Jahre statt und wird von projektbüro als künstlerische Leitung begleitet.
| Ort | Hamburg |
|---|---|
| Auftraggeber:in | Hamburg Kreativ Gesellschaft| Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen der Freien und Hansestadt Hamburg |
| Kooperationspartner:in | HafenCity Hamburg GmbH |
| Zeitraum | 2026 |
| Status | Abgeschlossen |
| Kategorie | Spiel, Szenografie, Teilhabe |

Der Einstieg in die Kinderstadt begann am „Start“. Von dort aus konnten sich die Kinder für einen Arbeitsbereich entscheiden oder sich von anderen Kindern beraten lassen. Zur Auswahl standen unter anderem die Bäckerei, das Theater, die Graffiti-, Film- und Medienwerkstatt, die Zeitung, die Holz-, Fahrrad- und Metallwerkstatt, die alternative Stadtreinigung und Materialverwaltung, der Tresor der Stadtkasse sowie das Stadtplanungsbüro. Darüber hinaus entwickelten sich im Laufe der zwei Wochen zahlreiche weitere Spiel- und Arbeitsbereiche.
Ein Teil der Infrastruktur war zu Beginn vorhanden, vieles entstand jedoch erst im gemeinsamen Prozess. Die Kinder planten und bauten eigenständig neue Holz-, Lehm- und Blechbuden, entwickelten Arbeitsorte und veränderten das Stadtbild der Kinderstadt täglich weiter.
Neben der baulichen Entwicklung der Kinderstadt prägte insbesondere die Entwicklung gemeinsamer Regeln und demokratischer Strukturen das Zusammenleben. In den täglichen Stadtversammlungen wurden Vorschläge eingebracht, Gesetze diskutiert und Entscheidungen für das Miteinander getroffen. So wurde beispielsweise eine „Echte-Welt-Steuer“ auf von außen mitgebrachte Gegenstände beschlossen. Gründer eines Casinos entschieden sich für einen Karrierewechsel und begannen mit der Arbeit als Streitschlichter, um Konflikte innerhalb der Stadt zu begleiten.
Auch die Freiraumbande setzte sich mit Kinderrechten und Mitbestimmung auseinander. Sie organisierte eine Demonstration durch die Kinderstadt und formulierte Forderungen wie „Nur Kinder dürfen entscheiden, keine Erwachsenen!“, „Wir wollen mehr Freiheiten und keine Arbeit!“ oder „Einsamen Menschen helfen!“. Die Kinderstadt wurde damit zum Ort, an dem gesellschaftliche Fragen verhandelt, Interessen sichtbar gemacht und demokratische Aushandlungsprozesse praktisch erprobt wurden.
Die Bücherei griff den Standort der diesjährigen Kinderstadt auf und sammelte Informationen zum Baakenhöft und zur Entwicklung der HafenCity. Der Ort steht exemplarisch für aktuelle Fragen der Stadtentwicklung: Wer gestaltet unsere Stadt? Wem gehört öffentlicher Raum? Die Kinderstadt eröffnete den Teilnehmenden die Möglichkeit, diesen Fragen spielerisch und praktisch nachzugehen.
Auch in diesem Jahr konnten wir erneut mit der HafenCity Hamburg GmbH kooperieren, die die kostenfreie Nutzung des Geländes ermöglichte.












