aktuell

Ok, aber warum #4 – Vortrag: Leonard Streich, Something Fantastic

9. Juli, 14 Uhr, Auditorium, HCU Hamburg

Something Fantastic wurde von Elena Schütz, Julian Schubert und Leonard Streich nach ihrem Architekturstudium an der UdK Berlin gegründet, aus der Überzeugung, dass Architektur die Welt beeinflusst und umgekehrt, und dass diese Wechselwirkung eine neue Form von architektonischer Praxis verlangt. Das Büro nennt sich „undisziplinär" und meint das ernst: Die Arbeiten reichen von Büchern und Ausstellungen über Möbel und räumliche Interventionen bis zu Gebäuden und urbanen Entwürfen. Was sie verbindet, ist die Frage nach Angemessenheit und Suffizienz, nach Schönheit und Funktion, nach dem, was Raum eigentlich leisten kann und soll.

2009 erschien das Manifest Something Fantastic bei Ruby Press, ein Buch, das naiv genug war, die richtigen Fragen zu stellen: über Architektur, Energie, Politik, das Schöne und die Zukunft. Naivität als Methode, nicht als Mangel. Seitdem ist viel dazugekommen: die Gestaltung des deutschen Pavillons auf der 15. Architekturbiennale Venedig, die Art Direction für Ruby Press, Pilotprojekte für gemeinschaftliches Wohnen in Flandern, Beiträge zur Biennale São Paulo und zur Triennale di Milano, eine Gastprofessur an der Peter Behrens School of Architecture in Düsseldorf, Stipendium der Villa Massimo 2021/22. Seit 2019 leiten Schütz, Schubert und Streich das Studio for Immediate Spaces am Sandberg Instituut der Rietveld Academie in Amsterdam.

Leonard Streich spricht über eine Praxis, die sich dem Disziplinären entzieht, weil sie glaubt, dass Architektur nur dann wirklich etwas verändert, wenn sie bereit ist, überall anzufangen.

ÜBER DIE REIHE OK, ABER WARUM?

Wir lieben es, wenn Leute etwas mit Haltung tun. Wenn sie ihrem Motiv folgen, obwohl sie niemand dazu beauftragt hat. Wenn sie für etwas einstehen, weil sie es richtig und wichtig finden – auch, wenn es einfacher wäre, das nicht zu tun. Kommt leider gar nicht so oft vor. Könnte Stadt und Stadtentwicklung aber gut gebrauchen. „Ok, aber warum?" versammelt Menschen, die etwas mit Leidenschaft machen, die erst Grundlagen schaffen, bevor sie handeln, die ein komplexeres Verständnis der Aufgabe voranbringen. Die Veranstaltungsreihe bringt Perspektiven der Architekturproduktion zusammen – mal als Vortrag, mal als Film, mal als Essen und Gespräch.

Von Studio projektbüro, Vertretungsprofessur Architektur, Raum und Gesellschaft, HCU Hamburg